Gesprochene Meditationen

tl_files/images/Veranstaltungen-Grafiken 100x100/Kropp-Kreisflammen-Kopie.jpg

Wir veröffentlichen hier zwei

Hör-Meditation aus unseren Seminaren.

Weitere folgen demnächst.

 

 

 

 

Der Strom des Lebens von den Ahnen her

Autor und Sprecher: Volker Schmidt

Bearbeitungsstand: 18.07.2010

Länge: (18’ 34’’)

 

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.


Ahnen_Meditaton.mp3 Ahnen_Meditaton.mp3(21,2 MiB)

 

___________________________________________

 

Meditation Humilitas

Demut gegenüber dem Reich der Mineralien, der Planzen und der Tiere[1]

Autor und Sprecher: Volker Schmidt

Bearbeitungsstand: 22.03.2010

Länge: (16’ 28’’)

 

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.


Humilitas_1_Erde_Pflanzen_Tiere.mp3 Humilitas_1_Erde_Pflanzen_Tiere.mp3(15,1 MiB)

 

Der Text der Meditation

Wir finden unseren Meditationssitzt. Die äußere Welt möge ein wenig zurücktreten.  Unsere Aufmerksamkeit geht langsam nach innen.

 

Gong

 

Im inneren Bild visualisieren wir einen Bauern. Er begeht seinen frisch gepflügten Acker. Irgendwann bleibt er stehen. Er greift eine Hand voll Erde und prüft sie. Wie ist dieser Boden beschaffen? Sandig oder lehmig? Humusreich? Schwer oder leicht?

 

Dann nimmt er die Erde und hält sie vor sich. Wie in einer Schale liegt sie in seinen beiden Händen. Sein Blick wird weit und weich und liebevoll. Und er sagt: Wie herrlich diese Erde in meiner Hand. - Wie herrlich diese Erde in meiner Hand.

 

Wir lassen die Worte in uns nachklingen.

 

Und gewissermaßen mit dem Bauern zusammen beugen wir uns - im Geist oder real – und sagen innerlich: Ohne Dich, Erde, ohne Dich, Du Reich der Mineralien, wäre ich nicht. – Ohne Dich, Erde, wäre ich nicht.

 

35" Pause

 

Unser inneres Bild wechselt zum Reich der Pflanzen. Wir sind auf einer sommerlichen Wiese inmitten von hohen Gräsern. Eines von diesen Gräsern nehmen wir vor unser inneres Auge. Es hat einen langen, biegsamen Halm, schlanken Blätter und Rispen mit reifen Samenkörnern. Vielleicht ist es eine der alten Pflanzenarten, aus denen unsere Vorfahren unser Getreide herangezüchtet haben.

 

Wir vergegenwärtigen uns den Lebenszyklus dieses Grases[2]: Die Samen sind werden reif. Der Wind kommt und trägt sie davon. Wir begleiten im inneren Bild eines der Samenkörner. und erleben, dass es auf fruchtbaren Boden fällt. Wind und Regen und der Winter gehen darüber hin. Der Frühling bringt es zum Keimen. Ein Schössling nach oben. Verwurzelung nach unten. Er wächst heran zum Halm, bildet Blätter, die Pflanze erblüht. Sie bildet Samen. Sie bietet die Samen den Vögel und dem Wind dar und ein neuer Zyklus beginnt.

 

Wir bleiben in dieser Vergegenwärtigung des Lebenszyklus dieser Pflanze, und irgendwann, wenn es soweit ist, beugen wir uns vor den Gras und sagen ihm, stellvertretend für das ganze Reich der Pflanzen: Ohne Dich wäre ich nicht. Ohne euch, ihr Pflanzen, wäre ich nicht.

 

55" Pause

 

Im inneren  Bild wechseln wir hinüber zum Reich der Tiere:

Im inneren Bild vergegenwärtigen wir uns, wie die Tiere die Erde zu bevölkern begannen. Sie kamen – wie alles Leben – aus dem Meer. Wie in einem Zeitrafferfilm vergegenwärtigen wir uns den Strom der Tiere[3], der vom Meer aus langsam das Land bevölkert. In einem langen Zug ziehen sie an uns vorbei. Bei einem der Tiere, die da vorbeiziehen, verweilen wir. Halten es an vor unserem inneren Auge. Wir studieren seine Gestalt und wir vergegenwärtigen uns seinen Teil im Kreislauf des Lebens.

 

10" Pause

 

Und irgendwann, wenn es soweit ist, sagen wir diesem Tier stellvertretend für das ganze Reich der Tiere: Ohne Dich, ohne Euch, ihr Tiere, wäre ich nicht.

 

45" Pause

 

Was immer in uns an Schwingung entsteht, wenn wir uns so respektvoll beugen, - wir lassen es in uns nachklingen und spüren dieser Atmosphäre nach. Ihr könnt Euer Beugen wiederholen und den Satz "Ohne Dich wäre ich nicht." Und Ihr könnt erneut spürend erkunden, was da in Euch anklingt.

 

Vielleicht ist es etwas wie eine Ahnung von einer natürlichen Ordnung: So müsste es sein, dass das Höhere sich vor dem Niederen beugt – die Tiere vor den Pflanzen, die Pflanzen vor den Mineralien, und der Mensch vor allen dreien.

 

5’30’’ Pause

 

Gong



[1]  Diese Meditation nimmt einen Gedanken von Rudolf Steiner auf. Der christliche Einweihungsweg beinhaltet nach Steiner ein Durchschreiten von bestimmten Gefühlswelten, auf dass die innere Gefühlswelt sich klärt und reift. Auf der ersten Stufe des Einweihungsweges geht um ein erstes Grundgefühl, dass wir hier vorläufig mit dem Begriff "Humilitas" beschreiben. Im christlichen Einweihungsweg ist – nach Steiner - "die erste Stufe die der Fußwaschung" (Rudolf Steiner, Die Theosophie des Rosenkreuzers. Vierzehn Vorträge, gehalten in München vom 22. Mai bis 6. Juni 1907. Dörnach / Schweiz, 7. Auflage 1985, S. 153-157). Der biblische Bezug ist das 13. Kapitel des Johannesevangeliums: Der Christus als der Höhere wäscht den Jüngern die Füße.

[2] Die Anregung, den "Möglichkeitszyklus" z.B. einer Pflanze zu visualisieren, stammt von Daskalos (Stylianos Atteshlis): "Eine der wertvollsten Übungen, die wir unterrichten, ist die Erforschung der Möglichkeitszyklen, die jeder Form zugeteilt sind. Denn wenn wir den einzelnen Lebenslauf des Kleinsten in der Natur verstehen, werden wir ein Zeugnis des Größten darin erkennen." Daskalos / Dr. Stylianos Atteshlis, Die esoterische Praxis. Christliche Meditationen und Übungen, Edel-Verlag, Duisburg 1996, S. 32f. Mit dem Ausdruck "ein Zeugnis des Größten" meint Daskalos, dass über diese Übung die Realität der inneren Welt allmählich in die Erfahrung eintreten kann. Andere, insbesondere die alten keltischen Theologen (siehe nächste Anmerkung) benutzen dafür den Begriff "Theophanie": In Erscheinung-Treten: Über die Betrachtung der Natur kann das Göttliche in Erscheinung treten.

[3] Das Bild von dem "Strom des Lebensflusses", der an einem vorbeizieht und aus dem heraus die Tiere entstehen, stammt aus einem Meditationszusammenhang über irisch-keltischer Spiritualität, nämlich aus meditativer Vergegenwärtigung des fünften Tages der Schöpfungsgeschichte: J. Philip Newell, The Book of Creation. An introduction to Celtic Spiritualitäty, London / New Jersey, 1999, S. 68.